Nimono von Kürbis und Wurzeln oder die Emergenz der jap. Küche

Wie heisst es da so schön im Deutschen?

Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile

Warum heute so wissenschaftlich? Tja, ich möchte euch irgendwie zeigen, mitteilen, erklären, was es mit den ganzen Kleinigkeiten eines jap. Gedeckes auf sich hat…

Eigentlich dachte ich nämlich, ich erzähl einfach mal drauf los…

So a là:

Vorspeise? gibt es schon…aber nicht so richtig…manchmal bißchen Sashimi, oder ähnliches, aber dann auch noch evtl. Pickles, sprich „tsukemono“, eingelegte Dinge, oder aber „nimono“, gekochte Dinge…

aber zum Hauptgang auch, denn der Hauptgang ist nicht so üppig, wie die gern genommene deutsche Dreifaltigkeit: Fleisch, Gemüse, Sättigungsbeilage….eher ein Stückl Fisch, bissl Fleisch, hier Eingelegtes, dort Gekochtes…

Ihr merkt…Ausdrucksblockade. Da musste Fabi für mich mitdenken:

„Sag’mal, als Du das erste mal mit uns gegessen hast, wie hast du das empfunden?“

-Ratlosigkeit- *Worauf will die Olle jetzt schon wieder hinaus?*

„Ich mein, wie empfindest du ein japanisches Gedeck?“

-Angst- *Himmel! Empfinden? Was will die Frau? Ich bin ein Mann…Nein, ein Heimwerker-Mann*

Und dann kam, nach ein wenig Bedenkzeit, plötzlich dieser Spruch:

„Irgendwie…mehr, als die Summe seiner Teile…“

Baff! Ja, das war ich…hätte ich ihm gar nicht zugetraut…ich mein, so den Punkt zu treffen…

Es geht nämlich bei einem „vollständigen“ Essen, neben Geschmack und Optik, um die Ausgewogenheit…Süßes und Salziges, ein wenig scharf, aber auch Bitteres darf auf dem Tisch stehen…jede Geschmackszone kann, ja, sollte, angesprochen werden…

bla, sülz, schwärm, träum…

Genug der halbwissenschaftlichen, pseudohochgestochenen Worte: Michiko, lass‘ Taten sprechen!

Saisonal bedingt:

Herbst-Nimono, wie sie momentan häufig auf jap. Tischen zu finden sind

Bestehend aus:

Kabocha no nimono (Kürbis)

Furofuki Daikon (Rettich)

Kinpira gobo (eigentl. Klettwurzel,  in Deutschland ersatzweise Schwarzwurzel, mit Möhre)

Und, wie mein Onkel Haruo sagte „Gobo wie einen Pflock schnitzen“ (Nein, nicht einfach in feine Streifen…)

Damit wär der Anfang gemacht! Jetzt braucht ihr nur noch Fisch, Fleisch, was Süßes…vielleicht Obst, oder ähnliches…man, auf die Farbgebung hätt‘ ich auch mal achten können!

*Seufz*

hab’s euch doch gesagt! Japanische Küche…total umkompliziert!😉

Itadakimasu!

diemichiko

(zum Rezept Kürbis, Rettich, Schwarzwurzel)

Da fällt mir noch ein…ein kleines, wahres Anekdötchen zum Thema

Fukuoka, Japan 2007

Michiko soll mal europäisch für ihre Freunde kochen…Daher zum Dinner: Geschnetzeltes

Makoto hielt es nicht aus!

Ein Teller? Und das ist ein Hauptgang?…

stand auf, holte sich Tsukemono und Reis dazu und sagte:

Auf Tellern! Nicht in Schüsseln!

🙂

Ein Kommentar

Eingeordnet unter asiatisch, Gemüse, herzhaft, Vegetarisch

Eine Antwort zu “Nimono von Kürbis und Wurzeln oder die Emergenz der jap. Küche

  1. Pingback: Sunomono, Tsukemono und Salada | Bete, die Rote

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s